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Alternative Waschlösungen für SLA-Teile

Die Nachbearbeitung ist ein entscheidender Teil des Arbeitsprozesses beim SLA 3D-Druck. Spülen, Waschen und Aushärten ermöglichen Ihnen die Produktion funktions- und detailreicher Teile sowie die wirkungsvolle Fertigbearbeitung Ihrer Teile. 

Möglicherweise sind Sie gerade vom weltweiten Mangel an IPA-Waschlösungsmittel durch COVID-19 betroffen oder Ihre Einrichtung kann IPA wegen Bedenken bezüglich Brennbarkeit oder aufgrund lokaler Auflagen nicht verwenden. IPA wird von uns als Lösungsmittel für die Nachbearbeitung empfohlen. Ohne IPA könnte Ihnen weiteres Drucken und Waschen von Teilen unter Umständen nicht mehr möglich sein. 

Obwohl IPA unsere Top-Empfehlung für das Waschen von Teilen ist, können wir über andere, von Kunden empfohlene Lösungsmittel und Lösungen berichten, die erfolgreich eingesetzt wurden. 

Wir empfehlen Form Wash und Form Cure für die Automatisierung und Vereinfachung Ihrer Nachbearbeitungierung. Form Wash automatisiert den Waschprozess und sorgt für einheitliche, gründliche und saubere Reinigung, während Form Cure durch präzise Abstimmung von Temperatur und 405-nm-Licht eine gleichbleibende Qualität beim Nachhärten von Druckteilen bietet.

Bei der Handhabung von Waschlösungsmitteln beziehen Sie sich immer primär auf das Sicherheitsdatenblatt (SDB) des Zulieferers und achten auf ausreichende Belüftung.

 

Methoden für die Verlängerung der Lebensdauer Ihres IPA

Wenn Ihnen IPA zur Verfügung steht, gibt es einige Möglichkeiten, dessen Verwendungsdauer zu verlängern. Zunächst sollten Sie das Teil und die Konstruktionsplattform gründlich von überschüssigem Harz reinigen, ehe Sie sie in IPA tauchen. 

„Sie können Teile aus Standard-Kunstharz in warme Seifenlauge tauchen und die Oberfläche mit einer speziellen Bürste oder Zahnbürste mit der Hand abbürsten“, so die Empfehlung von Jake Kapusta, Senior Services Expert bei Formlabs. Seinen Erkenntnissen zufolge wird das Kunstharz so teilweise schon gelöst, ehe die Teile mit IPA gewaschen werden. 

„Ich achte verstärkt auf eine sparsame Handhabung von IPA“, erklärt Kevin Gautier, Business Development bei Formlabs. „Dazu gehört beispielsweise auch das Abwischen von Harzresten von der Konstruktionsplattform, ehe das Objekt in die Waschlösung gegeben wird. Ich kenne eine weitere Technik, die gut funktioniert: man kann ungehärtetes Kunstharz vor dem Waschen mit Druckluft von der Plattform in den Harztank zurück blasen.“

Beim Aushärten der Teile in Form Cure können kleinere Teile auch in ein Bad aus sauberem Wasser, Glyzerin oder Mineralöl in einem Pyrex-Glasbehälter eingetaucht werden. Wasser, Glyzerin bzw. Mineralöl unterstützen den Sauerstoffausschluss aus der Oberfläche des Druckteils beim Nachhärten, so dass die resultierende Oberfläche gut ausgehärtet ist und nicht mehr klebt. Wenn Ihre IPA-Waschlösung verschmutzt ist, trägt dieser Schritt dazu bei, die Kunstharzreste auf der Oberfläche Ihres Druckteils zu minimieren und eine vollständige Aushärtung zu gewährleisten.  

Beim Drucken mit biokompatiblen Kunstharzen müssen die Waschempfehlungen strikt befolgt werden, um die Biokompatibilität des Materials sicherzustellen. Für weitere Informationen über das Waschen von Druckteilen lesen Sie auf unserer Kundenservice-Seite weiter, wo Sie Details über Spülphasen, bewährte Praktiken für unterschiedliche Teilegeometrien und mehr erfahren.

Tripropylenglykolmonomethylether (TPM)

Formlabs empfiehlt im Allgemeinen die Verwendung von mindestens 90-prozentigem Isopropylalkohol (IPA) zur Reinigung und Auflösung von ungehärtetem Kunstharz. Für Teile aus nicht biokompatiblen Formlabs Kunstharzen ist Tripropylenglykolmonomethylether (TPM) eine geprüfte Alternative, falls Sie keinen IPA beschaffen können.

TPM ist ein nicht brennbares, geruchsarmes Lösungsmittel und somit effektiv zum Waschen von Teilen, die auf Formlabs SLA-Druckern gedruckt wurden. TPM kann jetzt direkt bei Formlabs bezogen werden

Für weitere Informationen über die Integration von TPM in Ihren Arbeitsablauf und die speziellen Entsorgungsanforderungen lesen Sie weiter auf unserer Kundenservice-Seite. 

Weiterlesen über TPM

Sonstige potenziell verfügbare Lösungsmittel

Formlabs spricht für keines der folgenden Lösungsmittel eine Empfehlung aus. Jedoch haben uns einige Kunden über ihre Erfahrungen mit anderen potenziell verfügbaren Lösungsmitteln berichtet. Kunden, die alternative Lösungen suchen, können die Eignung dieser Lösungsmittel für ihre Anwendungsfälle auf eigene Gefahr testen:

  • Poly-Flush SLA 3D-Druck Reinigungslösungsmittel - weniger flüchtig, aber teurer als IPA.

  • Tintenreinigungsmittel auf Yellow Magic Water-Basis - weniger flüchtig als IPA; erfordert unter Umständen ein Ultraschallbad für die effektivere Reinigung der Teile.

  • Reinigungsmittel MeanGreen - erfordert unter Umständen ein Ultraschallbad für die effektivere Reinigung der Teile.

  • Propylenkarbonat - weniger flüchtig als IPA, muss aber stärker bewegt werden. 

  • Dipropylenglykolmonomethylether (DPM) - Ein weiteres, im industriellen 3D-Druck weit verbreitetes Waschlösungsmittel. Formlabs empfiehlt jedoch TPM als bessere und sicherere Alternative.

Auch hier gilt: alle Lösungsmittel und Kunstharze gemäß den örtlichen Vorschriften und den Angaben im Sicherheitsdatenblatt der Herstellers zu entsorgen. Auf keinen Fall dürfen mit Alkohol und Kunstharzresten verunreinigtes Wasser oder Lösungsmittel in den Ausguss gekippt werden.Für weitere Informationen über die ordnungsgemäße Entsorgung von Kunstharzen lesen Sie weiter in unserem Supportartikel

Wir wissen, dass dies überall auf der Welt eine kritische Zeit ist für Unternehmen und Einzelpersonen. Für viele ist der Zugang zu 3D-Druckressourcen lebenswichtig. Bei Fragen zu 3D-Druck mit begrenzten Ressourcen steht Ihnen unser Kundenserviceteam jederzeit gerne zur Verfügung.

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