Einblicke von einem Produktdesigner: Bei der Arbeit von zu Hause produktiv und innovativ bleiben

Die Welt passt sich allmählich an neue Gegebenheiten an und überall suchen Menschen Wege, um bei der Arbeit von zu Hause aus produktiv zu bleiben.

Für manche erfordern die neuen Arbeitsbedingungen vielleicht nur einen Laptop und eine gute Internetverbindung. Für diejenigen, die auf physische Werkzeuge und regelmäßige persönliche Meetings mit Kunden angewiesen sind, um ihre Designs umzusetzen, kann diese Umstellung komplizierter sein.

Wir haben mit Mark Chester (links im Bild oben), Innovation Development Manager bei PrintCity in Manchester, gesprochen. Er hat uns Einblicke dazu gewährt, wie er sich auf die neuen Arbeitsbedingungen einstellt, und wie er bei der Arbeit im Maschinenbau von zu Hause unerwartet seine Effizienz gesteigert hat.

PrintCity verhilft Unternehmen zu schnellerer Innovation

 

PrintCity ist ein Zentrum für die digitale und additive 3D-Fertigung in Manchester. Manchester ist eine Stadt der Industriegeschichte und das größte Technologiezentrum des Vereinigten Königreichs außerhalb von London. Die Einrichtung umfasst eine einzigartige Mischung aus Fertigungsexperten, Designern, Ingenieuren und Studenten des MSc in Industrial Digitalisation der Manchester Metropolitan University.

Gemeinsam mit GoPrint3D, Spezialisten für additive Fertigung und Formlabs Partner, arbeitet dieses Zentrum für digitale Fertigung mit kleinen wie großen Unternehmen zusammen und bietet jenen, die „digital einsteigen“ möchten, Erfahrung sowie eine Vielzahl an 3D-Drucktechnologien und Hilfsmittel zur Ideenfindung.

Beschreiben Sie für uns, wie Sie unter den aktuellen Umständen von zu Hause arbeiten und welche Technologien und Hilfsmittel Sie dazu verwenden?

„Bei PrintCity in Manchester haben wir 10 Formlabs Drucker und eine Vielzahl anderer additiver Fertigungstechnologien für unsere Designarbeit. Dabei stehen auch viele Materialien zur Prototypenfertigung zur Verfügung. Zu meiner derzeitigen 3D-Druckausrüstung zu Hause (siehe Bild unten) gehören ein Ultimaker S5 Schmelzschichtdrucker (FDM) und ein Formlabs Form 3 Stereolithografie-(SLA)-Drucker für den Desktop, mit Finish Kit und Form Cure Nachhärtestation.“

Marks aktuelle Arbeitsgeräte zu Hause, mit einem Ultimaker S5 und einem Formlabs Form 3 Desktop 3D-Drucker.

„So kann ich schnell Prototypen von Designs mit PLA oder Formlabs Draft Resin anfertigen, bevor ich einen Prototypen besserer Qualität erstelle, den ich dann an Kunden verschicke. Momentan halten wir alle Meetings auf Zoom ab, um Designs persönlich mit Kunden zu besprechen und ihnen Feedback in Echtzeit zu ihren Projekten zu bieten.“

„Mit Fusion 360 können wir außerdem Designs über einen Internetbrowser teilen, sodass der Kunde ein 3D-Modell begutachten kann, ohne selbst die Software herunterladen zu müssen. Gemäß entsprechenden Vorschriften werden zudem alle Prototypen jetzt desinfiziert und per Post verschickt, anstatt dass die Kunden zur Abholung zu uns kommen.“

Warum ist es für Sie so wichtig, in diesen schwierigen Zeiten weiter 3D-Drucke anzufertigen?

„Für unsere Kunden ist es unbedingt erforderlich, dass wir in diesen Zeiten weiterarbeiten. Die Pandemie bietet Unternehmen eine Gelegenheit, ihren Betrieb, ihre Abläufe und ihre Produkte neu zu bewerten.“

Mark Chester, Innovation Development Manager, PrintCity

„Viele unserer Kunden entwickeln derzeit entweder neue Produkte, die sie während oder nach der Pandemie veröffentlichen können, oder befassen sich wegen Problemen mit den Lieferketten mit neuen Fertigungsmethoden, die auf 3D-Druck basieren. Wir möchten unsere Kunden während der Pandemie unterstützen und es ihnen ermöglichen, gestärkt daraus hervorzugehen.“

„Ein 3D-Drucker zu Hause ist meiner Arbeit enorm zuträglich, da ich zu einem physischen 3D-Modell mehr Feedback erhalten kann als auf virtuellem Weg. Ich drucke immer weniger in 2D und wechsle zu 3D, wenn meine Kunden allmählich mehr in Richtung digital denken.  Ohne diese Möglichkeit müsste ich viele meiner aktuellen Projekte aufschieben, da ich beim computerunterstützten Entwerfen (CAD) doch an Grenzen stoße.“

Für eines von Marks aktuellen Projekten arbeitet er zusammen mit einem örtlichen Hersteller leistungsstarker Helme daran, deren Bestandteile mithilfe von 3D-Scandaten zu rekonstruieren und zu entwickeln. 

Was haben Sie beim 3D-Druck zu Hause im letzten Monat primär gelernt?

„Eines der wichtigsten Erkenntnisse zur Arbeit von zu Hause ist, wie einfach diese sein kann. Es hat kaum Zeit gebraucht, den Form 3 einzurichten und weiterzudrucken. So konnten viele meiner Projekte wie geplant weiterlaufen, ohne Störungen.“

Mark Chester, Innovation Development Manager, PrintCity

„Für viele meiner Kunden finde ich die Arbeit von zu Hause produktiver, da es weniger Ablenkung gibt und ich schnell Feedback einholen kann. Wenn man nicht zu seinem Arbeitsplatz und wieder zurück fahren muss, kann es aber schwierig sein, geregelte Arbeitszeiten einzuhalten. Ich würde also jedem raten, seine Tage oder Wochen so zu planen, dass man nicht rund um die Uhr arbeitet.“

„Ich habe versucht, jeden Tag darauf zu achten, dass ich irgendwann aufhöre zu arbeiten und laufen gehe, um frische Luft zu schnappen und Sport zu machen. So kriege ich meinen Kopf frei und kann über die Ereignisse des Tages nachdenken. Strava Challenges wie die 200 km im April helfen mir, motiviert und zielorientiert zu bleiben, auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt.“ 

Manchen stehen nur begrenzte Ressourcen für die Arbeit von zu Hause zur Verfügung. Wie schaffen Sie es, nachhaltig zu arbeiten?

„Wenn einem das Material ausgeht, ist das ein Problem. Ich bin deshalb als Designer wählerischer geworden mit Bezug auf welche Prototypen ich letztendlich drucke. Bei PrintCity habe ich Zugriff auf mehrere Form 3 Drucker, sodass ich Designs jederzeit nach Bedarf drucken kann. Diesen Luxus habe ich zu Hause nicht. Wenn man die Toleranz und Designleitfäden kennt, hilft das, nur ein- oder zweimal drucken zu müssen. Außerdem arbeite ich effizienter, indem ich die richtige Druckstrategie für die betreffende Geometrie auswähle.“

„Außerdem befassen wir uns jetzt mit möglichen Wegen, wie wir Dateien digital über Augmented Reality (AR) teilen können. Apps wie Sketchfabb und Reality Composer sind gute Beispiele für einfach benutzbare AR-Hilfsmittel, mit denen man die Anzahl benötigter 3D-Drucke verringern kann. Hier sehen Sie, wie AR Kunden dabei helfen kann, Produkte digital in verschiedenen Farben zu beurteilen, bevor sie sie online kaufen.“

Die Produktivität trotz Arbeitsunterbrechungen aufrechterhalten

Mit mehreren 3D-Druckern können Teams an unterschiedlichen Standorten effektiver zusammenarbeiten. Indem sie dieselben 3D-Drucker und Materialien verwenden, können Fachleute Teile nahtlos auf verschiedenen Geräten iterieren und produzieren. 

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie mit Ihrem Formlabs 3D-Drucker zu Hause weiter produktiv bleiben? In unserem ultimativen Leitfaden zum Maschinenbau von zu Hause finden Sie Tipps und Ratschläge dazu, wie Sie Ihren 3D-Drucker sicher transportieren und Ihre Arbeitsabläufe bei der Arbeit per Fernzugriff optimieren.

Der ultimative Leitfaden zum Maschinenbau von zu Hause