Formlabs Round Tables: Hugo Kröger von Autodesk über subtraktive vs. additive Fertigung für Maschinenbau

in Interviews

Viele Unternehmen im Maschinenbau diskutieren aktuell über additive versus subtraktive Fertigung – und den Umzug ihrer 3D-Drucker von den Innovationslaboren in die Produktion. Hugo Kröger von Autodesk sieht die größte Chance in der Kombination von subtraktiven und additiven Technologien in der hybrider Fertigung. Als Sales Executive for Additive and Subtractive Manufacturing and Simulation erklärt er Kollegen und Kunden, wie sie außerhalb gewohnter Denkmuster – mit additiver genau wie mit subtraktiver Fertigung – neue Lösungsräume erschließen können.

Den Vortrag “Subtraktive vs. additive Fertigung: Praxisbeispiele aus dem Maschinenbau” hielt Hugo Kröger im Rahmen der Formlabs Round Tables bei der Hannover Messe 2018.

Hugo Kröger studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Braunschweig und ist seit mehr als 20 Jahren in der IT- und Dienstleistungsbranche, hauptsächlich für die Automobil- und Fertigungsindustrie, tätig. Sein Fokus liegt auf Product Lifecycle Management, Unternehmenssoftware, Business Development, Customer Relationship Management und Additive Manufacturing. Er ist überzeugter Vertriebs- und Beratungsexperte, derzeit für Autodesk als Sales Executive for Additive and Subtractive Manufacturing and Simulation.

Zum erweiterten Lösungsraum durch additive Fertigung

“Die etwa 5 Tonnen schwere, 3d-gedruckte Brücke aus Amsterdam – hätte ich das Design vorher gesehen und jemand hätte gesagt: Bau mir das mal! Wie hätte ich das gemacht – mit Gießen?”

“Die Lösung ist: Wir müssen aus der Box raus. Die Aufgabe ist identisch, aber der Lösungsraum ist mit additiver Fertigung größer geworden. […] Wenn wir die Möglichkeiten von additiv nutzen wollen, müssen wir uns auch darauf einlassen.”

“Es gibt immer welche du sagst: ‘Wenn du etwas fräsen kann, ist die Wahrscheinlichkeit 90%, dass du es billiger fräst als dass du es additiv fertigst.’ Entscheidest ist, ob du etwas fräsen kann… Wenn ich da raus denke, dann fräse ich es nicht mehr.”

Warum additive, subtraktive und hybride Fertigung gemeinsam große Treiber sind

“Konstruktion und Fertigung sind häufig segmentiert: Konstruktion macht etwas fertig, dann geht das an die Arbeitsvorbereitung und die fragen sich dann, wie kriegen wir das hin. Wenn wir den – um additiv erweiterten – Lösungsraum in der Fertigung haben, ist es unbedingt nötig, das der an die Konstruktion zurückfließt. Dieser Raum muss sich auch in Form der erweiterten Möglichkeiten in der Konstruktion abbilden.”

“Was sind das für neue Schnittstellen zwischen Konstruktion und Fertigung? Ich konstruiere etwas und die Idee, wie ich es umsetzen will, ist Teil der Fertigung. Was sind große Treiber? Additive und hybride Fertigung sind große Treiber und verändern die Landschaft. Für Autodesk genau wie für jeden ist internetbasierte Kollaboration ist riesig: Niemand setzt sich mehr an ein Stück Papier.”

“Hybride Maschinen kommen. Für mich als Unternehmen ist die Diskussion additiv vs. subtraktiv egal – ich nehme einfach beides. Ich überlege mir, kann ich es machen und wie? Additive Fertigung bietet mir neue Möglichkeiten.”

Warum für Mass Customization der 3D-Drucker in die Produktion muss – nicht ins Innovationslabor

“Ein großer Trend sind auch Produkte zu individualisieren, z.B. im Zahnbereich: Durchsichtige Aligner werden in 3D gefertigt – das ist mass customization und das ist schon Realität. Bei Schuhen, da gehe ich in Zukunft in den Schuhladen und lasse mir die Füße scannen – das ist noch nicht möglich, aber da tut sich was.”

“Industrialize the individualized – das ist eine Herausforderung. Im Innovationslabor der großen Firmen steht immer ein 3D-Drucker. Da gehört er nicht hin, der gehört in die Produktion! Ich sehe in der Produktion Spritzgussmaschinen für drei bis vier Millionen, warum stelle ich mir dann nicht ein paar 3D-Drucker hin? Die Herausforderung ist von den Innovationslaboren in die Produktion zu kommen. Diese Diskussion haben wir.”

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