Formlabs Round Tables: Roman Jurt der ZHdK über Co-Design, VR & Generative Design für die digitale Fertigung

in Interviews

Es ist schwer vorstellbar, dass heute jemand im Product Design oder Industrial Design noch Papier und Stift in die Hand nimmt. Roman Jurt von der Züricher Hochschule der Künste (ZHdK) macht keinen Unterschied zwischen analoger Skizze, in die Luft zeichnen mit Virtual Reality oder Co-Design im CAD-Programm: Als Leiter des Industrial Design Labs an der ZHdK unterrichtet er spielerische Ansätze, um vom Entwurf zum Prototyp zu kommen.

Den Vortrag “Von der Skizze zum Prototyp: Spielerische Designprozesse in der digitalen Fertigung” hielt Roman Jurt im Rahmen der Formlabs Round Tables bei der Hannover Messe 2018.

Roman Jurt studierte Industrial Design an der ZHdK, arbeitete im Product Design und baute 2010 das erste Schweizer FabLabs in Luzern (Hochschule Luzern) auf. Er ist überzeugter Maker, Open-Hardware Entwickler und Initiator diverser Workshops. Seit Mitte 2013 arbeitet er als Leiter des Industrial Design Labs (ID-Lab) an der ZHdK und erforscht neue, additive Technologien und deren Möglichkeiten in Entwurf, Lehre und Anwendung.

Warum Co-Design die Zukunft des Industrial Design ist

“Die neuesten Entwicklungen in CAD-Software, wie z.B. OnShape, erlaubt Co-Design: Zu zweit oder mehreren an einem Design gleichzeitig online arbeiten.

“Co-Designing hat es bisher nicht gegeben, wir testen es aktuell in unseren Projekten und sehen: Man ist einfach schneller. Natürlich braucht man etwas Kommunikation, aber das kann man über eine Chat-Funktion lösen.

“Im Co-Design sehe ich die Zukunft im Industrial Design: Die Arbeit von Design und Engineering fließen zusammen und passieren gleichzeitig über moderne Tools.”

Wie Generative Design, Virtual Reality und Co-Designing das Industrial Design verändert

“Mit der CAD-Software Rhino und dem Plug-In Grashopper lassen sich organische, parametrische Formen erstellen, wie wir sie am ehesten aus der Architektur kennen. Was wir im Industrial Design noch suchen ist eine Anwendung für diese Generative Design – ich rede hier nicht von Möbeln, sondern von klassischem Product Design.”

“Was im Industrial Design überall Einzug erhält, ist die Digitalisierung. Ob man seine analoge Skizze einscannt oder direkt in Virtual Reality zeichnet.

“Die CAD-Software ist Standard und auch die Zusammenarbeit darin, aber neu ist die Live-Zusammenarbeit. Aber dabei gibt es natürlich auch Challenges: Die Kommunikation, die dazu führen kann, das ich etwas ändere und jemand anderes ändert etwas zurück.”

Über die bessere Zusammenarbeit von Maschinenbauer und Designer

“Was immer wichtiger wird, ist die Schnittstellen zwischen den Disziplinen. Maschinenbauer benutzen andere Programme als wir Designer. Bisher ging immer nur bottom-up oder top-down: Entweder präsentiert der Ingenieur einen Inhalt und dem Designer bleibt nur noch die Hülle. Oder der Designer sagt: So sieht das Auto aus und du schaust, dass der Motor reinpasst.”

“Im besten Fall sind Design und Maschinenbau gleichwertig. Und im schlechtesten Fall designt der Designer nur eine Hülle: Das ist nicht, was wir unter Industrial Design verstehen.”

“Ein Beispiel von meinem Workshop mit GE: Turbinenentwickler von GE sind überall auf der Welt, aber die besten sind in Russland und das Design von dort geht dann zum Beispiel zur Fertigung in die Schweiz. Wenn der Schweizer Mechaniker einen Verbesserungsvorschlag hat, wäre es mit dem jetzigen Prozess unmöglich, diesen einzubringen. Mit Co-Designing, z.B. in Onshape hat man eine Version-Option und kann dort seinen Vorschlag einbringen, ohne die Version zu überschreiben. In der Software-Entwicklung wird diese Demokratisierung, wenn man sie so nennen mag, erst möglich.”

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