Leitfaden zum Lackieren von 3D-gedruckten Teilen: Grundierung

Ein Schritt im Lackierungsprozess ist maßgeblich, damit aus 3D-Drucken professionelle Produkte werden. Die meisten Anfänger lassen ihn aus, aber erfahrene Modellbauer halten ihn grundsätzlich ein. Dieser einfache Schritt macht das Lackieren zum Kinderspiel und trägt zu einer makellosen Oberfläche des Endprodukts bei: das Grundieren mit einem Primer.

Dieser Artikel ist in vier Abschnitte unterteilt, damit Sie sich schnell einarbeiten können. Wenn Sie sofort mit dem Grundieren anfangen möchten, können Sie gleich zu Abschnitt 3 und 4 übergehen.

Inhaltsverzeichnis

Anwendungen

Eine Baby-Meeresschildkröte von Brian Chan, nach der Bearbeitung mit Sandpapier und grundiert.

Eine Baby-Meeresschildkröte von Brian Chan, nach der Bearbeitung mit Sandpapier und grundiert.

Ein endgültiger Farbanstrich gibt einem Teil den letzten Schliff. Aber Profis in der Herstellung von 3D-Modellen wissen, dass ein Farbanstrich keine Fehler kaschiert. Ohne Behandlung sind geringfügige Schichtspuren, Reste der Stützstruktur sowie größere Dreiecke im 3D-Mesh unter der Farbe sichtbar. Wenn Ihr Teil ein echter Blickfang sein soll, ist die Grundierung maßgeblich.

Sie dient dazu, vor dem Anstrich eine makellose Oberfläche zu schaffen. Das neutrale Grau der Grundierung bringt Mängel am Modell zum Vorschein, die Sie abschleifen oder mit Modellierkitt füllen können. Dadurch verläuft der Lackierungsprozess sauberer und das Ergebnis sieht professioneller aus (besonders bei glänzenden Oberflächen).

Die zu grundierende Oberfläche sollte glatt sein. Grundierung füllt zwar sehr kleine Risse und Kuhlen aus, aber wenn Sie eine dünne Schicht Farbe auftragen, bleiben die Oberflächendetails erhalten. Prüfen Sie die Oberfläche nach dem Abschleifen und erstmaligen Grundieren erneut auf Unebenheiten. Die meisten Primer verleihen ein mattes Finish, das Details unter direkter Lichteinwirkung akzentuiert. Tragen Sie eine letzte Schicht Grundierung auf und halten Sie die vom Hersteller empfohlene Trockenzeit ein. Das Teil kann daraufhin lackiert werden (es empfiehlt sich, es noch einmal schnell zu polieren).

 


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Werkzeuge

Diese Werkzeuge vereinfachen das Grundieren Ihrer Teile.

Diese Werkzeuge vereinfachen das Grundieren Ihrer Teile.

Grundierung (Primer)

Primer ist eine besondere Art Farbe, die als Haftvermittler zwischen dem Druckteil und dem Anstrich dient und für eine gleichmäßige Oberfläche sorgt. Je nach Anwendung gibt es unterschiedliche Grundierungen. Sprühgrundierung ist optimal zum Lackieren von Druckteilen, weil sie Oberflächen schnell und gleichmäßig abdeckt. Es gibt auch Streichgrundierungen. Sie machen die Arbeit jedoch etwas kniffliger und eignen sich eher zum Ausbessern. Die besten Ergebnisse lassen sich mit Grundierungen und Lacken vom gleichen Hersteller erzielen, die mit Kunststoff verträglich sind. Wir arbeiten gerne mit Krylon und Montana (die beide zähflüssig sind), am liebsten jedoch mit den Modellfarben der Marke Tamiya. Sie lassen sich dünn und gleichmäßig auftragen und erhalten selbst feinste Oberflächendetails.

Schleifwerkzeug

Manchmal muss es halt schnell gehen. Schleifwerkzeuge mit auswechselbaren Schleifbits bieten eine Reihe verschiedener Schleif- und Polieroptionen. Mit Schleifwalzen können Sie schnell Stützstrukturen glattfeilen, mit Drahtbürsten lassen sich Oberflächen glätten. Schleifwerkzeuge dienen zur Grobbearbeitung, daher brauchen Sie auch Schleifpapier für den Feinschliff der Oberfläche. Es gibt viele gute Marken, darunter Proxxon, Dremel und Craftsman. Damit Sie Ihr Teil nicht versengen, stellen Sie die Umdrehungen pro Minute auf die kleinste Stufe ein (in der Regel 500–1000) und drücken Sie nicht zu fest.

Handfeilen

Nicht so unhandlich und ziellos wie ein Schleifgerät. Ein eleganteres Werkzeug … für ein zivilisierteres Zeitalter..

Eine Handfeile ist eines der einfachsten und doch wirksamsten Werkzeuge zum Entfernen von Stützstrukturen und Glattschleifen von Oberflächen. Mit angemessenem Anpressdruck haben Sie mehr Kontrolle zum Entfernen von Druckfehlern als mit einem Schleifwerkzeug. Halten Sie eine Drahtbürste bereit und reinigen Sie die Hiebe der Feile häufig, damit sich kein Kunststoff und Kunstharz darin absetzt. Wie beim Schleifwerkzeug ist die Oberfläche nach der Bearbeitung mit der Handfeile noch rau, daher eignet sie sich am besten für die Entfernung größerer Stützstrukturen.

Schleifpapier

Dieses meist unterschätzte Werkzeug wurde in den letzten zehn Jahren besonders mit der Entwicklung flexibler Schleifblätter enorm verbessert. Sie sind in Baumärkten erhältlich und halten 15 Mal länger als normales Schleifpapier. Flexible Schleifblätter rollen sich nicht auf, sind durchstichfest und brechen nicht beim Falten. Sie können feucht verwendet werden, wodurch weniger Staub freigesetzt wird und sich weniger Rückstände in der Körnung festsetzen. Da sie biegsam sind, eignen sie sich für Rundungen und schwer zugängliche Stellen im Teilinnern.

Staubentfernung

Selbst beim Nassschleifen entsteht ein gewisses Maß an Staub. Dieser lässt sich mit Wasser und einer weichen Bürste entfernen (im Notfall tut's auch eine alte Zahnbürste). Für die gründliche Reinigung eignet sich ein kostengünstiges Ultraschall-Reinigungsgerät, das kleine Partikel, die sich in Winkeln und Rissen in der Oberfläche abgesetzt haben, schnell entfernt. Wenn das Wasser in Ihrer Gegend hart ist, verwenden Sie deionisiertes oder destilliertes Wasser, um Fleckenbildung auf dem zu lackierenden Teil zu vermeiden.

Staubbindetücher

Diese weichen, etwas klebrigen Baumwolltücher entfernen Staubreste und sorgen dafür, dass die zu beschichtende Oberfläche sauber ist. Lassen Sie Ihr Modell vor dem Abwischen mit dem Staubbindetuch erst trocknen, denn die wachsartige Oberfläche verträgt sich nicht mit Wasser.

Holzblock, Dübel und Bohrer

Mit diesem einfachen Trick ersparen Sie sich die Mühe in der Sprühkabine. (Diese Methode haben wir in einer Video-Anleitung von Adam Savage über die Herstellung von Modellen gefunden.) Durch das Montieren Ihres 3D-Modells auf einem Dübel (häufig können Sie hierzu eine bereits vorhandene Aussparung im Teil verwenden) können Sie das Aufsprühen beschleunigen. Außerdem ermöglicht dies, sämtliche Seiten und schwer zugängliche Stellen zu besprühen, ohne Fingerabdrücke zu hinterlassen. Dies ist entscheidend, wenn Sie auf allen Seiten Ihres Druckmodells eine gleichmäßige Schicht auftragen wollen. Wir empfehlen, Dübel unterschiedlicher Größe zu bestellen. Damit Sie im Teil kein großes Loch bohren müssen, fangen Sie mit einem kleinen Dübel an und probieren Sie verschiedene Größen aus, bis das Modell stabil sitzt. Bohren Sie ein entsprechendes Loch in einem Holzblock oder MDF-Holz und setzen Sie das Teil mit dem Dübel ein. Jetzt können Sie das Modell besprühen, ohne es zu halten.

Sicherheitsausrüstung

Beim Sprühlackieren werden gesundheitsschädliche Partikel und Lösungsmittel in der Luft freigesetzt. Verwenden Sie einen behördlich zugelassenen Atemschutz und arbeiten Sie an einem gut belüfteten Ort. Tragen Sie zum Lackieren Schutzhandschuhe aus Nitril, damit keine Farbe auf Ihre Hände und keine Fingerabdrücke auf Ihr Modell gelangen.

Tool-Checkliste

Schritte

1. Entfernen Sie die Stützstrukturen des Druckmodells.
Verwenden Sie verschiedene Seitenschneider zum Entfernen der Stützen oder trennen Sie sie mit der Hand ab. Für empfindliche Teile können Sie die Support-Spitzen mit einem X-Acto-Messer oder einer Rasierklinge vorsichtig abschneiden.

Schritt 1: Entfernen Sie die Stützstrukturen des Druckmodells.

2. Schleifen Sie die Stützstrukturreste ab.
Wie glatt Sie die Oberfläche in diesem Schritt schleifen, wirkt sich auf das Finish des endgültigen Produkts aus. Fangen Sie mit Schleifpapier der Körnung 220 oder 320 oder mit flexiblen Schleifblättern an. Bearbeiten Sie die gesamte Modelloberfläche vorsichtig, um Feil- oder Werkzeugspuren zu entfernen. Schleifen Sie im nächsten Durchgang mit einer Körnung von 400 oder 600.

Schritt 2: Schleifen Sie die Stützstrukturreste ab.

3. Schleifen Sie die Oberfläche glatt.
The degree to which the surface is smoothed in this step will impact the finish of the final part. Beginning with 220 or 320 grit sandpaper or flexible sanding strips, gently sand the entire surface of the model to remove any filing or tooling marks. Follow up with 400 or 600 grit.

Schritt 3: Schleifen Sie die Oberfläche glatt.

4. Montieren Sie das Druckmodell.
Bohren Sie an einer unauffälligen Stelle ein Loch und setzen Sie Ihr Druckmodell auf einen schmalen Dübel, den Sie anschließend in den Holzblock stecken.

Schritt 4: Montieren Sie das Druckmodell.

5. Reinigen Sie die Oberfläche.
Verwenden Sie eine Bürste und Wasser, um Staubreste zu entfernen. Bei Bedarf können Sie deionisiertes oder destilliertes Wasser (im Handel oder in der Apotheke erhältlich) verwenden, um die Oberfläche fleckenfrei zu reinigen.

Schritt 5: Reinigen Sie die Oberfläche.

6. Wischen Sie die Oberfläche mit einem Staubbindetuch ab.
Tragen Sie hierfür Nitrilhandschuhe und wischen Sie mit langen, streichenden Bewegungen sanft über die Oberfläche. Versuchen Sie, kontinuierlich in eine Richtung zu wischen und vergessen Sie nicht, auch kleine Fugen abzuwischen.

Schritt 6: Reinigen Sie die Oberfläche.

7. Mischen Sie die Grundierung.
Wiegen Sie hierzu die Sprühdose zwei bis drei Minuten lang im Kreis. Die Dose nicht schütteln, denn dadurch kann das Treibmittel in die Lösung geraten, was zur Blasenbildung im Spray führt. Das Pigment im Lösungsmittel muss vollständig aufgelöst sein. Nach einer Minute Schwenken sollte sich die Mischkugel in der Spraydose frei und hörbar bewegen. Die Farbe ist jetzt vermischt.

Schritt 7: Mischen Sie die Grundierung.

8. Sprühen Sie die erste Schicht Grundierung auf.
Sprühen Sie die Grundierung in 15–20 cm Abstand in kurzen, schnellen Sprühstößen auf das Teil. Beginnen Sie bereits vor dem Teil mit dem Sprühen und halten Sie erst außerhalb des Teils mit dem Sprühen an. Drehen Sie das Teil während des Sprühens schnell. Achten Sie darauf, dass sich die Farbe nicht an einer Stelle ansammelt. Es ist besser, zuerst eine dünne Schicht aufzutragen und wiederholt zu sprühen, bis der Lack deckt.

Schritt 8: 8. Sprühen Sie die erste Schicht Grundierung auf.

9. Prüfen Sie die erste Grundierungsschicht
Prüfen Sie die erste Schicht auf Stellen, die zusätzlich geschliffen oder gefeilt werden müssen. Bearbeiten Sie das Teil ggf. nach und polieren Sie es mit einem feinkörnigen (>600 Korn) Schleifpapier. Wenn Sie neu schleifen müssen, wiederholen Sie Schritt 5 und 6 vor dem erneuten Besprühen, um den Staub zu entfernen.

Schritt 9: 9. Prüfen Sie die erste Grundierungsschicht

10. Sprühen Sie die letzte Schicht Grundierung auf.
Tragen Sie eine weitere dünne Schicht Grundierung auf. Arbeiten Sie zügig und hören Sie auf, sobald die Farbe deckt. Wenn Sie zu viel Grundierung auftragen, werden feine Details zugedeckt.

Schritt 10: Sprühen Sie die letzte Schicht Grundierung auf.

Nach dem Auftragen der letzten Schicht können Sie zur Sprühlackierung des Modells übergehen. Im nächsten Abschnitt dieser Anleitung erklären wir, wie Sie eine makellose Lackierung auftragen und Ihr Modell mit Klarlack schützen.

Wir bedanken uns bei unserem Freund und Kollegen Brian Chan (@chosetec) für das hervorragende Modell des beweglichen Hirschkäfers model. Unterstützen Sie seine Designs in seinem Shapeways shop oder besuchen Sie 3D Hubs , um sein Goldfischmodell mit 10 % Rabatt zu erwerben.

Teil 2: Lackierung

Dieser Artikel ist Teil 1 unserer zweiteiligen Serie „Leitfaden zum Lackieren von 3D-gedruckten Teilen". Hier finden Sie den nächsten Teil:
Lackierung

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