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Leitfaden für die SLS-Nachbearbeitung: Strahlen, Glätten und Färben von Teilen

SLS-Teile in verschiedenen Stadien der Nachbearbeitung. 

Selektives Lasersintern (SLS) als 3D-Druckverfahren war lange Zeit eine Domäne teurer, hochwertiger Industriedrucker. Für die meisten Designer in Unternehmen und Produktentwicklung blieb dieses Verfahren unerschwinglich oder sie waren gezwungen, Hochleistungsteile auszulagern. Aufgrund des Preisverfalls stieg jedoch die Nachfrage nach betriebsinternem Nylondruck. 3D-gedruckte Nylonteile sind bewährte, hochwertige Thermoplaste mit vergleichbaren mechanischen Eigenschaften wie bei konventionellen Herstellungsmethoden wie dem Spritzguss.

Durch die Verwendung von Nylonpulver zur Herstellung von Teilen hat der SLS-3D-Druck einen spezifischen Nachbearbeitungsprozess. Das Pulver kann gespeichert und wiederverwendet werden, im Gegensatz zum überschüssigen Harz, das nach der Produktion von einem Stereolithographie-Teil (SLA) abgewaschen werden muss. 

In diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie über die Nachbearbeitung von SLS-Teilen wissen müssen – vom Entnehmen des Pulverkuchens aus dem Drucker über das Strahlen der Teile bis hin zum Einfärben. 

SLS-Nachbearbeitung: Die Grundlagen

Ist der Druck Ihres Teils abgeschlossen und aus dem 3D Drucker entnommen, müssen Sie drei wichtige Schritte durchführen:

  • Entnahme von Teilen
  • Pulver-Rückgewinnung
  • Bestrahlung 

In diesem Abschnitt werden wir die Nachbearbeitungsschritte für SLS-Teile behandeln. Der Druck erfolgte mit dem Formlabs 3D-Drucker Fuse 1 und die Reinigung übernahm die Pulverrückgewinnungsstation Fuse Sift. Benutzer haben eventuell ihre eigene, maßgeschneiderte Reinigungsstation, die ähnlich wie der Fuse Sift funktioniert. In diesem Abschnitt erfahren Sie auch, wie Sie die Konstruktionskammer, d. h. den Behälter, in den der Fuse 1 das Pulver einfüllt, entnehmen und wieder auskühlen. 

Wie beim Stereolithographie-3D-Druck (SLA) beeinflussen viele Faktoren, wie erfolgreich und einfach die Nachbearbeitung sein wird. Die Druckqualität und die einfache Entnahme des Pulvers hängen beispielsweise von der Menge der in die Konstruktionskammer gepackten Teile, der Druckgeometrie, der Modellausrichtung, der Druckgröße und dem Packabstand ab. 

Nach der Entnahme der Teile aus Ihrem SLS-3D-Drucker ist es äußerst wichtig, dass Sie keinerlei loses Pulver verlieren. Die Pulverrückgewinnung ist ein kritischer Teil der SLS-Nachbearbeitung – ein Aspekt, der bei FDM- oder SLA-Technologien nicht gegeben ist. Da Nylonpulver im SLS-Druckprozess wiederverwertbar ist – ist jedes Gramm, das eingespart werden kann, wichtig. Das bedeutet, dass es erhebliche Kosteneinsparungen durch das Sammeln des Pulvers bei der Nachbearbeitung gibt. Daher lässt sich der Fuse 1 mit bis zu 70 % rückgewonnenem Pulver betreiben. 

Entnahme von Teilen

Nach dem Abkühlen entnehmen Sie die Teile aus dem Fuse 1 Build Chamber (Konstruktionskammer).

Der erste Nachbearbeitungsschritt bei SLS-3D-Druckern ist der Kühlprozess. Für Druckaufträge, die mehr als 24 Stunden in Anspruch nehmen – aufgrund eines großen Teils oder einer dicht gepackten Konstruktionskammer – sollten Sie 10 Stunden warten, bis die Konstruktionskammer abgekühlt ist und anschließend die Teile nachbearbeiten. Um die Kühlzeit zu verkürzen, können Sie in einigen Fällen die Tür des Fuse 1 öffnen und so mehrere Stunden sparen. 

Das rasche Abkühlen einer SLS-Konstruktionskammer birgt die Gefahr, dass sich bestimmte Teile und Geometrien verziehen oder verzerren. Wenn Sie Ihre Konstruktionskammer schneller abkühlen wollen, sollten Sie darauf achten, ob dies die Qualität der Teile beeinträchtigt. Eine zuverlässige Methode ist die Orientierung am Touchscreen der Fuse 1. Dieser zeigt an, wie viele Stunden noch verbleiben, bis das Gerät seine Abkühlphase beendet hat. Für andere SLS-Drucker sollten Sie einen Timer einstellen und die Arbeit später wieder aufnehmen. 

Da beim SLS-3D-Druck keine Stützstrukturen erforderlich sind, müssen keine Stütznasen abgeschnitten und abgeschliffen werden. Außerdem entfällt der Einsatz von Hammer und Spachtel, um einen Druck von einer Konstruktionsplattform zu entfernen. Das überschüssige Pulver sollte bei Berührung mit der Hand in großen Stücken von den Drucken abfallen und die fertigen Drucke freilegen. Hierbei kann ein kleiner Pinsel verwendet werden, um das restliche Pulver von der Oberfläche des Teils zu entfernen. Für enge Stellen eignet sich ein Gegenstand in der Größe einer Zahnbürste. 

Um die Extraktion der Teile vollständig abzuschließen – um die letzten Reste des überschüssigen Pulvers zu entfernen – benötigen viele Anwender ein Strahlgerät. Bei der Herstellung von SLS-3D-Drucken auf dem Fuse 1 erhalten die Teile eine halbgesinterte Hülle namens Surface Armor, die unter Umständen ebenfalls entfernt werden muss.

Wir werden im Folgenden ausführlicher auf das Sandstrahlen und Surface Armor eingehen. 

Pulverrückgewinnung

Verwenden Sie den Fuse Sift, um verbrauchtes Nylonpulver zurückzugewinnen. 

Bei der Teileentnahme ist es wichtig, das überschüssige Pulver zur Wiederverwendung aufzufangen. Am besten lässt sich dies durch den Einsatz einer vakuumgestützten Rückgewinnungseinheit erreichen, die überschüssiges Pulver auffängt. 

Jeder SLS-3D-Drucker verwendet eine unterschiedliche Menge an recyceltem Pulver. Der Fuse 1 druckt mit einer Materialneuzuführungsrate von 30 % unter Verwendung von Nylon 12 Powder – das heißt, Sie können mit bis zu 70 % recyceltem Pulver drucken – ohne Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften der gedruckten Teile. Fuse Sift gibt gebrauchtes und neues Pulver automatisch ab und mischt sie – so reduzieren Sie den Abfall oder vermeiden ihn sogar ganz und kontrollieren Ihren Pulvervorrat.

Lagerung & Mischen von Pulver

Einige SLS-3D-Drucker wie etwa der Fuse 1 ermöglichen den Druck mit gemischtem Pulver. 

Einige SLS-Drucker verfügen über mehrere Einfülltrichter für neues und gebrauchtes Nylonpulver. Andere Geräte, wie z. B. der Fuse 1 – haben einen einzigen Einfülltrichter, der beide Funktionen vereint. Mit dem Fuse Sift wird neues Pulver automatisch mit recyceltem Pulver gemischt. Dieses wird direkt in den Fuse 1 für einen optimalen Druck eingeführt. Bei der Verwendung anderer Geräte müsste das zurückgewonnene Pulver manuell gemischt werden. 

Der Fuse 1 produziert konstant hochwertige Drucke bei einer Neuzuführungsrate von 30 bis 50 % für Nylon 12 Powder. Das heißt, dass für einen Druck bis zu 70 % wiederverwertetes Pulver genutzt werden kann. Unabhängig von Ihrer SLS-3D-Druckeinrichtung sollte das Sammeln und Mischen von rückgewonnenem Pulver als wesentlicher Bestandteil Ihres Nachbearbeitungsprozesses betrachtet werden. 

Zu diesem Zeitpunkt haben Sie die Teileentnahme und die Pulverrückgewinnung abgeschlossen. Das zurückgewonnene Pulver wurde getrennt und mit neuem Pulver für den nächsten Druckzyklus gemischt. Jetzt können Sie Ihre Teile durch Strahlen von den letzten Pulverresten befreien.

Perfekte SLS-Teile durch Strahlen

Um alle Spuren von überschüssigem Pulver vollständig zu entfernen, müssen SLS-Teile mit einem Strahlgerät (auch als Sandstrahler bezeichnet) behandelt werden. Beim Strahlen werden Druckluft und partikelförmige Medien verwendet, um unerwünschtes Pulver von Teilen zu entfernen. Für gewöhnlich werden sie zur Entfernung von Farbe und zur Reinigung von Oberflächen vor dem Beschichten oder Lackieren verwendet. Mit Strahlmitteln kann die Oberfläche eines SLS-Teils entpulvert werden.

Der Fuse 1 verfügt über eine proprietäre halbgesinterte Hülle namens Surface Armor, die die Oberfläche der Teile während des Drucks schützt – für gleichbleibende Teilequalität und mechanische Eigenschaften. Bei der Nachbearbeitung wird diese Hülle durch Schrubben der Oberfläche des Teils entfernt. Das Surface Armor sollte sich bei der normalen Nachbearbeitung leicht ablösen lassen.

Der Großteil des ungesinterten Pulvers löst sich nach der Entnahme aus dem Fuse 1 leicht von den Teilen ab. Das Pulver, das dicht an den Teilen haftet (1–2 mm um die Teile herum), lässt sich jedoch schwerer entfernen und kann oft nicht einfach weggebürstet werden. Aus diesem Grund ist das Strahlen von Materialien für viele Anwender ein wichtiger Nachbearbeitungsschritt.

Es gibt mehrere Arten von Strahlmittelsystemen: Formlabs empfiehlt für SLS-3D-Teile Systeme mit Siphonzufuhr. Siphonsysteme nutzen das Venturi-Prinzip, um einen Sog am Ende eines Rohrs zu erzeugen, das sich mit der Druckluftleitung kreuzt. Siphonsysteme arbeiten in der Regel mit einem niedrigeren Strahldruck und sind daher schonender für die Teile. Der Einsatz eines zu leistungsstarken Systems kann Teile beschädigen und ihre Maßgenauigkeit ändern. Sandstrahlsysteme mit Siphonzufuhr sind meist schonender für die Teile – aber stark genug – um überschüssiges Pulver zu entfernen.

Sandstrahlsysteme benötigen einen erheblichen Luftstrom, um zu funktionieren. Die meisten Kabinen benötigen 16CFM bei 80 psi, um Schleifpartikel und SLS-Teile effektiv zu befördern. Die meisten Kompressorsysteme sind nicht in der Lage, diese Art von Luftstrom länger als ein paar Minuten am Stück zu liefern. Für die Bearbeitung kleinerer SLS-Teile und -Projekte ist dies völlig ausreichend.

Die Druckluftversorgung durch einen großen Industriekompressor macht den Strahlprozess wesentlich reibungsloser – sie ermöglicht kontinuierliches Strahlen ohne Druckverlust. Ein billiger Haushaltskompressor wie dieser geräuscharme elektrische Kompressor von Husky (20 Gal. Vertical Electric-Powered Silent Air Compressor Model #3332013) ist ausreichend. Er eignet sich sowohl für kleinere als auch für größere Arbeiten – mit Pausen dazwischen, damit sich der Druck im Tank wieder aufbauen kann.  

Verschiedene Strahlgeräte für den SLS-3D-Druck

Teil aus SLS von links nach rechts: Strahlen, Dampfstrahlen  und schwarz eingefärbt, Glätten durch Schleudern und Glätten  mit Oberflächenbehandlungsmitteln.

Nachstehend finden Sie eine umfangreiche Liste der auf dem Markt befindlichen Sandstrahler. Grundsätzlich lassen sich diese Maschinen in vier Kategorien einteilen:

  • Benchtop-Strahlgeräte
  • Bodenstrahlgeräte
  • Trommel-Strahlkabine
  • Für SLS konzipierte Strahlkabinen zur Entfernung von Pulver

Benchtop-Strahler (bis zu 1000 EUR)

Benchtop-Strahlgeräte werden für Anwender mit kleinem Budget empfohlen – in der Regel für kleine bis mittlere Druckvolumen pro Woche. Desktop-Strahlgeräte liegen preislich in der Regel zwischen 150 und 1000 EUR – deren kompakter Formfaktor ist für SLS-Teile oft sinnvoll. Preiswertere Desktop-Geräte bringen oft eine Reihe von Problemen mit sich, z. B. eine mangelhafte Gehäusedichtung – dadurch gelangen Strahlmittel aus der Kabine. Billiggeräte weisen oft eine mangelhafte Abdichtung der pneumatischen Anschlüsse auf, dadurch wird Druckluft verschwendet und es entstehen laute Geräusche – und das stört am Arbeitsplatz. Vergewissern Sie sich vor dem Kauf eines Benchtop-Strahlgeräts, dass es mit einem Staubabsaugsystem geliefert wird. Bei richtiger Anwendung bieten Desktop-Geräte eine kleine Stellfläche zu einem attraktiven Preis. Die Strahlkabine von Econoline ist eine gute Wahl für ein erschwingliches Desktop-Strahlgerät.

Bodenstrahler (über 1000 $)

Bodenstrahlgeräte sind zwar teurer (die meisten Geräte liegen bei über 1000 $), verfügen aber über eine größere Arbeitsfläche und erfüllen Industriequalität. Viele von ihnen verfügen über gut funktionierende Strahlmittelabscheider (Staubsauger, die an der Seite der Strahlkabine installiert sind, um die Raumluft von Strahlmittel und Pulver freizuhalten), mit denen ein sauberer Arbeitsplatz und pulverfreie Teile gefördert werden. Wir bei Formlabs verwenden in erster Linie einen 24 x 18 x 23 großen, freistehenden Sandstrahler von Trinco.

Trommelstrahler

Trommelstrahler enthalten eine rotierende Trommel mit einer Strahlpistole die auf die SLS-Teile im Innenraum gerichtet ist. Hierbei handelt es sich um ein automatisiertes Strahlverfahren, in dem die Teile in die Maschine eingelegt und dort belassen werden, bis der Strahlzyklus abgeschlossen ist. Trommelstrahler sind am besten für die Behandlung vieler kleiner Teile geeignet. Für empfindliche Teile ist dieses Verfahren nicht empfehlenswert. Trommelstrahlsysteme wurden nicht speziell für SLS-Teile entwickelt – daher besteht die Gefahr, dass ihre Metallbehälter fragile Teile ihres Drucks beschädigen oder abbrechen. Bei einem Zyklus von etwa 20 Minuten verbessern Trommelstrahler die Effizienz Ihres Arbeitsablaufs erheblich. Allerdings ist der Einsatz eines Benchtop- oder Bodenstrahlers für empfindliche Teile erforderlich, wodurch Trommelstrahler eventuell ineffizient sind.

SLS-spezifische Strahlgeräte bewegen sich auf dem gleichen hohen Niveau wie die Trommelstrahlgeräte. Diese vollautomatisierten Lösungen zum Entfernen von Pulver von empfindlichen Teilen sind zwar teuer – dafür sind sie marktführend bei komplizierten SLS-Anwendungen. SLS-spezifische Strahlgeräte sind zum Beispiel der PostPro DP von AMT und der Powershot C von Dyemansion. Ohne Servicepläne und Verbrauchsmaterial liegen die Kosten für beide Geräte bei etwa 35 000 $. Der Zyklus für beide Maschinen beträgt etwa 10 Minuten, bis die Teile vollständig entpulvert sind.

Zusatzschritte in der Nachbearbeitung

Bei der Vibrationspolitur handelt es sich um ein Endbearbeitungsverfahren zur Glättung der Oberfläche von SLS-3D-gedruckten Teilen in einer vibrierenden Trommel. Mit diesem Zusatzschritt wird eine seidenglatte Oberfläche erzeugt, und die Teile erreichen eine Glätte – ein Ergebnis, das durch Strahlen allein nicht zu erreichen ist. Als Ergebnis des Vibro-Polierens entsteht eine Glätte und die rauen Strukturen der gesinterten Nylonteile werden beseitigt. Vibropolierte Teile sind kratzfester und schmutzabweisender als nicht polierte. 

Das Verfahren umfasst das Einlegen von SLS-gedruckten Teilen in eine Vibrationsschüssel, die kleine Medienpellets (z. B. Keramiksplitt) enthält. Der Tumbler – der sowohl das Medium als auch die SLS-Teile enthält – erzeugt während des Betriebs eine Reibung zwischen dem Medium und den Werkstücken. Das Mittel reibt dann über die Oberfläche der SLS-Teile und glättet so langsam die Oberflächen. 

Die typische Bearbeitungszeit für das Vibrationspolieren beträgt etwa vier bis acht Stunden. Aufgrund des scheuernden Verhaltens des Mittels werden einige scharfe Kanten aufgeweicht und empfindlichere Merkmale können brechen. Beachten Sie stets die Richtlinien für das Vibro-Polieren, um sicherzustellen, dass Ihre Teile die erforderliche Mindestdicke aufweisen. Nur so können Sie verhindern, dass empfindlichere Teile infolge der einwirkenden Kräfte brechen. 

Wer ein SLS-Teil einfärben möchte, sollte vor dem Färben eine Dampfglättung durchführen. Das Dampfglätten ist eine Veredelungsoption für SLS-gedruckte Teile und nutzt verdampfte chemische Lösungsmittel zur Erzeugung glänzender, glatter Oberflächen, ähnlich wie bei einem Spritzgussteil. Die Dampfglättung kann bei verschiedenen 3D-Drucktechnologien verwendet werden, z. B. beim Pulverbettschmelzen, einschließlich SLS und MJF, sowie bei der Schmelzschichtung (FDM). Das Resultat der Dampfstrahlung ist ein geglättetes Druckteil mit unveränderten mechanischen Eigenschaften. 

Im Gegensatz zum Medien-Trommeln wird beim Dampfstrahlen kein Material vom Werkstück abgetragen. Das verdampfte chemische Lösungsmittel wird in der Kammer während des Betriebs auf der Oberfläche der Teile verteilt. Das Ergebnis ist eine chemische Schmelzschicht auf der Oberfläche des Teils – sie benetzt das Teil, um eine gleichmäßige Oberfläche auf der gesamten Oberfläche zu erzielen. 

Das gleiche Nachbearbeitungsmittel kann für die Dampstrahlung vieler verschiedener Materialien verwendet werden – etwa ABS, Polycarbonat und PA12. Beispiele für dieses Verfahren finden Sie auf der AMT-Website, die Dampfstrahlsysteme anbietet. 

Färben und Lackieren

Die meisten Nylondrucke lassen sich besser färben, wenn man dunklere Farben verwendet. 

Sind Teile gereinigt – haben Sie die Möglichkeit zur Farbänderung. Die zwei gängigsten Methoden sind Sprühlackierung und Färben.

Die Arbeitsschritte für das Sprühlackieren von SLS-Teilen ähneln denen für andere 3D-Druckteile. Als Erstes sollten Sie die SLS-Teile montieren und mit mehreren dünnen Schichten Grundierung versehen. Anschließend sprühen Sie die Farbe auf die Oberfläche des Teils.

Bedingt durch die oft komplexe Beschaffenheit von SLS-Teilen ist das Einfärben häufig dem Lackieren vorzuziehen. SLS-Teile weisen oft bewegliche Teile, Scharniere und innere Spalten auf, die nur schwer zu lackieren sind. Die Farbe eignet sich für Drucke mit großen, ebenen Flächen und für Teile, die keine komplexen Gitter oder leicht einsehbare Innenflächen enthalten. 

Für das Färben von SLS-Teilen empfehlen wir den Einsatz von RIT Proline Dye in der Farbe Ihrer Wahl. RIT Proline bietet Sicherheitshinweise an – abrufbar auf deren Website. Überzeugen Sie sich vor Arbeitsbeginn, dass Sie Handschuhe, eine Schürze zum Schutz Ihrer Kleidung, eine Schutzbrille und einen Ort mit guter Belüftung haben. RIT Proline Dye hat eine Anleitung auf der Rückseite der Packung, die für einen erfolgreichen Färbeprozess hinreichend sein sollte. Im Folgenden werden die Schritte des Färbens noch einmal erläutert.

In der Regel beginnt dieser Prozess mit der Einrichtung. Die folgenden Utensilien sollten Sie parat haben:

  1. RIT Proline Dye (SDS)
  2. Heizplatte
  3. Färbebehälter aus Edelstahl
  4. Zeitmesser mit Stoppuhrfunktion
  5. Messbecher für Flüssigkeiten
  6. Farbschöpfer, Zangen, andere Utensilien
  7. Papierhandtücher, Trocknungsschalen, Abdecktücher, usw.
  8. Aceton für die Reinigung

Der klassische Aufbau für einen Färbevorgang

Einfärben von SLS-Teilen

Die Angaben auf der Rückseite der Verpackung lauten wie folgt:

  1. Bringen Sie 1 l Wasser zum Kochen.
  2. Den Farbstoff in das Wasser geben. Umrühren, bis es sich auflöst.
  3. Geben Sie die Teile hinein und aktivieren Sie die Zeitschaltuhr.
  4. Entnehmen Sie die Teile zum richtigen Zeitpunkt.

Die auf der Rückseite der RIT Proline-Verpackung angegebenen Standardanweisungen für das Färben im Ofen sind für das Färben von Teilen aus Formlabs Nylon 12 Powder geeignet. Das Farbbad wurde weder mit Salz noch mit Essig oder Geschirrspülmittel versetzt. Nach der Lufttrocknung müssen die Teile nicht abgespült oder gewaschen werden. 

Der Farbgebung lässt sich steuern – durch die Dauer, die die Teile im Färbewasser verbleiben. Schon nach ca. 30 Sekunden zieht sich die Farbe in das SLS-Teil ein. Unserer Erfahrung nach entfalte sich sich die Farbe am besten nach einem 30-minütigen Wasserbad. 

Nach Entnahme des Teils aus dem heißen Wasser spülen Sie es eine Minute lang unter kaltem Wasser ab – so wird überschüssiger Farbstoff von der Oberfläche des Teils entfernt. Der Spülvorgang sollte die Farbgebung gegenüber ungespülten Teilen nicht wesentlich beeinflussen. Sowohl gespülte als auch ungespülte Teile – über Nacht an der Luft getrocknet – gingen bei der Handhabung nicht auf die Haut über.

Je länger ein SLS-Teil mit dem Farbmittel behandelt wird, desto dunkler wird es. 

Einen Nachteil bei der Bearbeitung von SLS-Teilen stellt die Verwendung von hellen Farbstoffen dar. Da die verwendeten Pulver für den Fuse 1 dunkler sind, wie z. B. Nylon 12 Powder, wirken Farben wie Gelb verfälscht. Gelbe Färbemittel auf Nylon 12 Powder sehen dunkel aus und ähneln eher einer gelb-grünen Farbe. Für hellere Farbtöne muss der Benutzer möglicherweise Farbe auf die gefärbten Teile auftragen. 

Nutzer des SLS-3D-Drucks von Formlabs färben bereits SLS-Teile, die mit dem Fuse 1 erstellt wurden. Die Firma Partial Hand Solutions verfolgt das Ziel, die Technologien für Amputierte jeden Alters zu verbessern. Seit seiner Gründung 2007 hat das Unternehmen funktionelle Lösungen für zahlreiche aktive Soldaten und Zivilisten mit Teilamputationen der Hand bzw. Fingeramputationen sowie für Kinder mit umfassenderen prothetischen Anforderungen bereitgestellt.

Weitere Informationen über den SLS-3D-Druck erhalten

Gefärbtes und ungefärbtes Nylon 12 Powder. 

Die Nachbearbeitung von SLS-Teilen ist keine große Herausforderung. Nach nur wenigen Drucken erledigen die meisten Nutzer Handgriffe wie waschen, nachhärten, lackieren, schleifen und darüber hinaus mit Leichtigkeit. Es war noch nie einfacher und kostengünstiger, Ihren Kreationen Leben einzuhauchen – dank Desktop-3D-Druck und dem nötigen Know-how zur Nachbearbeitung Ihrer Teile.

Möchten Sie einmal selbst einen hochqualitativen SLS-Druck in den Händen halten? Dann fordern Sie einen kostenlosen Probedruck an.

Möchten Sie weitere Informationen über den SLS-Druck erhalten? Downloaden Sie den umfangreichen Leitfaden: Er informiert über das selektive Lasersintern, die verschiedenen Systeme und Materialien, die auf dem Markt erhältlich sind, den Arbeitsablauf beim Einsatz von SLS-Druckern. Außerdem erfahren Sie, welche Anwendungen es gibt und wann der Einsatz von 3D-Lasersintern gegenüber anderen additiven und traditionellen Fertigungsverfahren sinnvoll ist.