Schutzvisiere gegen COVID-19

Was sind Schutzvisiere?

Medizinische Angestellte arbeiten mit Schutzvisieren, die von So-boat hergestellt wurden.

Problem

Für medizinisches Fachpersonal wird im Einsatz gegen COVID-19 die persönliche Schutzausrüstung (PSA) knapp. Viele Krankenhäuser haben nur noch wenig oder keine PSA mehr, sodass Gesundheitspersonal nicht mehr die nötigen Ressourcen haben, um ihre Arbeit sicher durchzuführen, was ihr Infektionsrisiko erhöht.

Diese Seite beschreibt Anstrengungen, die in Frankreich ihren Ursprung haben. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung von Maskenadaptern in den USA.

Wie werden Schutzvisiere hergestellt?

Oben: Das Schutzvisierdesign von BioSummer 3D kann für das Herstellen von 16 Einheiten in einem Arbeitsgang gestapelt werden.

Unten: Gregory Duquesnoy von So-boat lieferte Hunderte von Schutzvisieren an Läden, Apotheken und Bäckereien.

Lösung

Einweg-Schutzvisiere aus Kunststoff werden von Fachleuten im Gesundheitswesen über der Maske getragen, um sich vor Husten, Niesen und Schweiß von Patienten zu schützen. 

Schutzvisiere begrenzen die Exposition durch Aerosol und Spritzer von vorne, schützen einen größeren Bereich des Gesichts im Vergleich zu üblichen Schutzbrillen und bieten gleichzeitig hervorragenden Luftaustausch. Durch die Verringerung der Exposition durch Aerosol und Spritzer auf N95- und anderen Gesichtsmasken, die Mund und Nase bedecken, ermöglichen Schutzvisiere es Gesundheitspersonal außerdem, die Masken länger zu tragen.

Schutzvisiere bestehen aus einem transparenten Visier, einem hufeisenförmigen Kunststoffstreifen, der als Rahmen für das Visier dient, und einem Gummiband, das um den Kopf gewickelt wird. Die hufeisenförmigen Streifen können durch 3D-Druck hergestellt werden, während die restlichen Teile problemlos verfügbare Fertigkomponenten sind.

Schutzvisiere sind eine der beliebtesten 3D-Druckanwendungen zur Herstellung von PSA.

In Raincy, Frankreich, nutzt das Krankenhaus Robert-Ballanger zwei Form 3B SLA-Drucker zur Herstellung von Schutzvisieren für Krankenhausmitarbeiter. Aufgrund des Erfolgs im Krankenhaus kaufte der Stadtrat von Raincy ebenfalls zwei Form 3B-Drucker für die Herstellung von weiteren Schutzvisieren für Gesundheitspersonal und lokale Händler. Die 3D-Drucker sind im Hochzeitssaal der Stadt aufgestellt, der zurzeit nicht genutzt wird. In den letzten 10 Tagen haben das Krankenhaus und der Stadtrat über 200 Schutzvisiere produziert und der 3D-Druck weiterer 200 Schutzvisiere ist in den nächsten Tagen geplant. 

In Marseille, Frankreich, hat So-boat, ein auf die Herstellung kundenspezifischer Bootsmodelle spezialisiertes Unternehmen, bisher 300 Schutzvisiere mit 3D-Druck hergestellt und produziert weitere 100 Schutzvisiere pro Woche. Diese Schutzvisiere benutzen Allgemeinärzte, COVID-19 Intensivstationen und die Kardiologieabteilung des örtlichen Krankenhauses, ein geriatrischer Dienst einer Klinik sowie Läden, Apotheken und Bäckereien.

Wichtige Anmerkung zur Materialauswahl

Für Anwendungen mit Hautkontakt sollten biokompatible Materialien verwendet werden (siehe Haftungsausschluss). Formlabs Surgical Guide Resin, das für das Drucken von enossalem Implantatzubehör gedacht ist, ist biokompatibel bei kurzfristigem Kontakt (z. B. mit der Schleimhaut) und kann autoklaviert werden.

Wird ein anpassungsfähiges Material für mehr Komfort verwendet, wie z. B. Formlabs Tough 1500 Resin oder Durable Resin, empfehlen wir die Verwendung biokompatibler Beschichtungen (z. B. luxaprint flex coat und ComfortCoat) oder das Anbringen von Moleskinband auf hautberührende Teile. 

Achten Sie vor Gebrauch darauf, das biokompatible Beschichtungen auch mit anderen Anwendungsanforderungen kompatibel sind. Ein Beispiel ist EP42HT-2Med, eine Beschichtung der USP Klasse IV, das lösungsmittelbeständig und mit mehreren Sterilisierungszyklen kompatibel ist. Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers, um einheitlich beschichtete Flächen für optimale Leistung sicherzustellen.

Anmerkung:  Luxaprint flex coat, ComfortCoat und EP42HT-2Med sind Beschichtungen von Fremdanbietern, die nicht mit Formlabs Inc. verbunden sind.

3D-druckbare Designs

Formlabs hat in den letzten zwei Wochen zahlreiche Schutzvisierdesigns untersucht und geprüft. Mit Stand heute sind zwei 3D-gedruckte Designs für die klinische Verwendung durch die NIH validiert. 

Das durchsichtige Visier kann nicht mit 3D-Druck hergestellt werden und kann von herkömmlichen Herstellern und Lieferanten von Medizinprodukten beschafft werden. Der durchsichtige Kunststoff ist häufig in Blattform oder als Laserschnitt erhältlich. NIH erlaubt jetzt die Verwendung von Transparenzfolien in US-Letter-Standardgröße (8,5 x 11 Zoll).

Zurzeit verfügbare Schutzvisiere:

Druckbar auf Formlabs Druckern:

Druckbar auf Nicht-Formlabs Druckern

In Zusammenarbeit mit

 

Haftungsausschluss

Formlabs hat diese Website eingerichtet und ist im Rahmen der weltweiten Gesundheitskrise in unterschiedlichem Umfang in den hier beschriebenen Projekten involviert.  Formlabs arbeitet an vielen Projekten, um auf die weltweiten Engpässe im Gesundheitswesen zu reagieren, doch auch bei der Behebung dieser Engpässe steht die Patientensicherheit für Formlabs weiter im Vordergrund. Wir müssen alle Personen, die an Gegenmaßnahmen zu diesen Engpässen arbeiten, darauf hinweisen, dass Masken, Abstrichtupfer, Schutzvisiere und andere 3D-gedruckte Produkte zum Schutz vor oder zur Behandlung von COVID-19 medizinisches Gerät sind. Diese Produkte müssen für ihren Verwendungszweck sicher sein, und jeder Hersteller dieser Produkte sollte folgende Punkte berücksichtigen:

  • Formlabs ist ein Hersteller von 3D-Druckmaterialien, mit denen fertige Medizinprodukte in Übereinstimmung mit dem ausgewiesenen Verwendungsbereich hergestellt werden können, und jedes andere Produkt, das mit diesen Materialien hergestellt wird, muss für den jeweiligen Verwendungszweck verifiziert und validiert werden.

  • Möglicherweise stellen Sie ein Produkt her, das nicht über die behördliche Zulassung und Freigabe verfügt. Wenn Sie Produkte herstellen, befolgen Sie die Richtlinien auf dem Etikett des jeweiligen Materials.  Eine zuverlässige regulatorische Klärung ist ratsam. 

  • Berücksichtigen Sie örtliche Vorschriften, Materialsicherheitsdatenblätter, Softwarefunktionen sowie Sterilisations- und institutionelle Anforderungen, bevor Sie Medizinprodukte drucken.

  • Regulierungsbehörden (wie die FDA in den USA, das BfArM in Deutschland, MoH in Italien, ANSM in Frankreich usw.) können eventuell die Überprüfung von Herstellungsinformationen und/oder Vorvermarktungsgenehmigungen beschleunigen.

Formlabs übernimmt keine Garantie, dass Produkte, die nicht von Formlabs selbst hergestellt wurden, ihrem Verwendungszweck entsprechen.