Safety with Formlabs SLS products
Safety with Formlabs SLS products
Dieser Artikel gibt Antworten auf die häufigsten Fragen, die Formlabs-Kunden zur Sicherheit bei der Verwendung des Fuse-Ecosystems stellen. Für Sicherheitsbewertungen sollten die Sicherheitsdatenblätter verwendet werden. Dieser Artikel dient zur schnellen Beantwortung von Fragen zu den wichtigsten Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem SLS-Druck.
Welche PSA ist für die Verwendung von Druckern der Fuse-Serie und des Fuse Sift erforderlich und empfohlen?
Im Allgemeinen sollten Sie bei der Arbeit mit feinen Partikeln wie Formlabs SLS-Pulvern eine Schutzbrille, undurchlässige Handschuhe und eine Maske tragen. Konsultieren Sie zu den Themen Sicherheit und Handhabung von Formlabs-Materialien immer primär das Sicherheitsdatenblatt (SDB).
Kann das Einatmen von SLS-Pulver zu Atemwegsproblemen führen?
Die bei normaler Verwendung des Fuse-Ecosystems auftretenden Staubkonzentrationen in der Luft liegen in der Regel deutlich unter den empfohlenen und zulässigen Expositionsgrenzwerten. So haben etwa Studien der Formlabs-F&E-Abteilung für SLS gezeigt, dass die Pulverkonzentration in der Luft bei normaler Nutzung des Fuse-Ecosystems selbst bei mehr als einem Dutzend Druckern in einem Raum weniger als 2 % des zulässigen OSHA-Grenzwerts für Gesamtstaub und lungengängigen Staub und weniger als 15 % des zulässigen OSHA-Grenzwerts für Ruß erreicht. Die normale Verwendung des Fuse-Ecosystems erfüllt die OSHA-Bestimmungen zur Staubbelastung.
Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie in dieser Analyse der Luftqualität und der Staubgefahr [EN] [DE] [ES] [FR] [IT] [KO].
Besteht bei der Verwendung von SLS-Pulvern Brandgefahr?
Die Gefahr eines Pulverbrandes ist bei der Verwendung des Fuse-Ecosystems sehr gering.
SLS-Pulver können unter bestimmten Bedingungen in Brand geraten. Da sich SLS-Pulver entzünden können, sollten sie von Zündquellen wie offenen Flammen ferngehalten werden. Bei regelmäßiger Raumpflege zur Vermeidung von Staubansammlungen ist in Anbetracht der Beschaffenheit der Formlabs-Pulver und der in die Geräte integrierten Sicherheitsvorrichtungen das Risiko von Pulverbränden jedoch sehr gering. Weitere Informationen zur Sicherheit im Umgang mit SLS-Pulvern finden Sie in dieser Analyse der Luftqualität und der Staubgefahr [EN] [DE] [ES] [FR] [IT] [KO].
Besteht bei der Verwendung von SLS-Pulvern eine Explosionsgefahr?
Die Explosionsgefahr von SLS-Pulvern im Fuse-Ecosystem ist sehr gering.
Ähnlich wie andere Pulver (wie Mehl oder Sägemehl) können SLS-Pulver unter bestimmten Bedingungen eine Explosion verursachen. Bei regelmäßiger Raumpflege zur Vermeidung von Staubansammlungen ist in Anbetracht der Beschaffenheit der Formlabs-Pulver und der in die Geräte integrierten Sicherheitsvorrichtungen das Risiko von Explosionen jedoch sehr gering. Weitere Informationen zur Sicherheit im Umgang mit SLS-Pulvern finden Sie in dieser Analyse der Luftqualität und der Staubgefahr [EN] [DE] [ES] [FR] [IT] [KO].
Bei der Arbeit mit SLS-Pulvern sollten Sie generell vermeiden, das Pulver in der Luft zu verteilen. Verschüttetes Pulver und Ablagerungen sollten regelmäßig mit einem elektrisch geerdeten Staubsauger, der für Pulver zugelassen ist, aufgesaugt werden. Pulverbehälter sollten fest verschlossen bleiben, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Weitere Informationen zum Umgang mit Pulver finden Sie in diesem Supportartikel oder im Sicherheitsdatenblatt des Materials.
Ist der von den Druckern der Fuse-Serie verwendete Laser sicher?
Obschon sie Laser der Klasse 4 verwenden, wurden die Drucker der Fuse-Serie als Lasergeräte der Klasse 1 eingestuft, der sichersten Klasse von Lasergeräten. Die genutzten Laser sind stark genug, um Kunststoffpulver zu schmelzen und Verletzungen zu verursachen, wenn sie direkt in die Augen oder auf die Haut einer Person treffen.
Die Drucker der Fuse-Serie behalten ihre Einstufung in die Sicherheitsklasse 1, da der Laser im Drucker vollständig abgeschirmt wird und nicht austreten kann. Sicherheitsschalter gewährleisten, dass ein Lasern erst dann stattfinden kann, wenn kein Nutzer mehr auf das Gerät zugreift. Zusätzliche Sicherheitssensoren innerhalb des Druckers erkennen das Vorhandensein von externen Objekten oder Hindernissen, die die Laserstrahlen stören könnten. Wird ein Hindernis erkannt, löst dies das Verriegelungssystem aus, wodurch die Laser automatisch abgeschaltet werden. Der Drucker überwacht außerdem die Stromversorgung der Laserkomponenten kontinuierlich. Wird eine Stromschwankung oder eine Anomalie festgestellt, führt das System ein Sicherheitsabschaltungsverfahren durch. Dieses schützt sowohl die Nutzer als auch den Drucker vor möglichen Verletzungen oder Schäden. Falls dieses System manipuliert wird oder eine Störung auftritt, besteht das Risiko einer Exposition gegenüber Laserlicht der Klasse 4. Da während des normalen Betriebs des Druckers Personen nicht in Kontakt mit dem Strahlengang des Lasers geraten können, wird das Gerät als Laserprodukt der Klasse 1 eingestuft.
Welche Sicherheitsfunktionen bieten die Drucker der Fuse-Serie?
Die Drucker der Fuse-Serie verfügen über mehrere Eigenschaften, die mögliche Arbeitsrisiken verringern helfen. Einige der Merkmale, die eine sichere Benutzererfahrung gewährleisten, sind:
- HEPA-Luftfilter entfernen Partikel aus dem Abluftauslass des Druckers.
- Sicherheitsschalter, die ein Einschalten des Lasers verhindern, solange der Nutzer auf die Druckkammer zugreift.
- Eine Kamera, mit der die Nutzer den Druckauftrag über den Touchscreen des Druckers verfolgen und das versiegelte Druckgehäuse überwachen können.
- Ein geerdetes Metallgehäuse, um statische Aufladung und Funkenbildung zu verhindern und die Brand- und Explosionsgefahr zu verringern.
- Der Fuse 1 verwendet Unterdruck, um alle Partikel in der Druckerkammer zu halten.
- Der Fuse 1+ 30W arbeitet mit partiellem Überdruck und verhindert dank seiner luftdichten Bauweise das Entweichen von Partikeln und Gasen.
- Der Fuse 1+ 30W hat ein rotierendes Rührwerk im Trichter, um den Pulverfluss zu verbessern. Das Rührwerk ist drehmomentbegrenzt und stoppt den Mischvorgang, wenn ein Körperteil oder ein Gegenstand hineingerät.
Welche Sicherheitsmerkmale bietet der Fuse Sift?
Der Fuse Sift ist das Produkt im Fuse-Ecosystem, bei dem die Benutzer am häufigsten mit SLS-Pulvern in Kontakt kommen. Wir haben besonders darauf geachtet, ein sicheres und kundenfreundliches Erlebnis zu schaffen. Einige der Merkmale des Fuse Sift, die zur Gewährleistung einer sicheren Arbeitsumgebung beitragen, sind:
- Aktive Belüftung saugt Pulver in der Luft in einen HEPA-Filter an der Rückwand des Entpackbereichs.
- Während der Pulverdosierung wird direkt über die Pulverkartusche ein Sauger aktiviert, um in der Luft befindliche Pulverpartikel zurückzuhalten.
- Der halbgeschlossene Entpackbereich fängt Pulverpartikel in der Luft auf und leitet sie zum HEPA-Luftfilter.
- Ein geerdetes Metallgehäuse verhindert eine statische Aufladung und Funkenbildung, um die Brand- und Explosionsgefahr zu verringern.
- Die Temperatur der Konstruktionskammer wird überwacht und angezeigt, damit der Benutzer kein heißes Pulver handhaben muss.
- Die Beleuchtung ist räumlich vom Entpackbereich getrennt, damit keine Wärmequellen mit dem Pulver in Berührung kommen.
- Der Mischer ist drehmomentbegrenzt und stoppt den Mischvorgang, wenn ein Körperteil oder ein Gegenstand hineingerät.
- Der in das Gerät integrierte Saugschlauch sorgt für einen sauberen Arbeitsbereich.
Wo finde ich weitere Informationen zum sicheren Umgang mit SLS-Pulvern?
Das Sicherheitsdatenblatt für das jeweilige Material enthält detaillierte Informationen zur sicheren Handhabung von SLS-Pulvern. Formlabs-Sicherheitsdatenblätter finden Sie unter https://formlabs.com/materials/#data-sheets
Wie kann ich die Sicherheit bei der Einrichtung gewährleisten?
Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts sollten Sie die Drucker der Fuse-Serie oder den Fuse Sift nicht allein bewegen oder neu positionieren. Wenn eines der beiden Geräte bewegt werden muss, sollten mindestens zwei (oder mehr) Personen die mit den Geräten gelieferten Hebegurte verwenden.
Heben oder versetzen Sie den Fuse 1 oder Fuse 1+ 30W
- nicht:Indem Sie an der Tür des Druckgehäuses, dem Einfülltrichter, dem Einfülltrichterdeckel, dem Filterfach, der Filtertür, dem Netzkabel oder an Komponenten im Druckgehäuse ziehen.
- Versuchen Sie nicht, das Gerät ohne anheben zu schieben, und drücken Sie nicht gegen dessen Seiten.
- Es darf sich keine geladene oder abkühlende Konstruktionskammer von einem vorherigen Druck im Druckgehäuse befinden.
- Das Druckgehäuse darf nicht mehr von einem vorherigen Druck aufgeheizt sein.
Heben oder versetzen Sie den Fuse Sift nicht:
- Indem Sie an der Arbeitsbereichshaube, der Arbeitsbereichslippe, dem Konstruktionskammergehäuse, dem Konstruktionskammerverriegelung oder dem Netzkabel ziehen.
- Versuchen Sie nicht, das Gerät ohne anheben zu schieben, und drücken Sie nicht gegen dessen Seiten.
- Bewegen Sie es nicht, wenn eine heiße Konstruktionskammer noch in das Konstruktionskammergehäuse geladen ist.
Gibt es heiße Oberflächen, auf die ich achten sollte?
Das Druckgehäuse der Drucker der Fuse-Serie ist für den Betrieb bei bis zu 200 °C ausgelegt und verfügt über Hochleistungsheizelemente.
Tragen Sie bei der Arbeit in einer heißen Konstruktionskammer wärmeisolierende Silikonhandschuhe. Sie müssen die Konstruktionskammer mehrere Stunden lang abkühlen lassen, bevor Sie Teile aus der Konstruktionskammer entnehmen. Die Temperatur der Konstruktionskammer muss mindestens auf 45 ºC gesunken sein. Bei Nichtbeachtung dieser Vorgehensweise kann es zu schweren Verletzungen kommen, einschließlich Verbrennungen und/oder Verbrühungen der Haut.
Gibt es Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Reinigung mit Lösungsmitteln wie IPA oder Ethanol?
Tragen Sie bei der Arbeit mit Lösungsmitteln Handschuhe und arbeiten Sie in einem gut belüfteten Bereich fern von Hitze, Funken und offenen Flammen. Lösungsmittel wie Ethanol und Isopropylalkohol verdampfen schnell. Da ihre Dämpfe entzündlich sind, sollten Sie die Flaschen nach Möglichkeit geschlossen halten.
Beim Umgang mit entzündlichen Lösungsmitteln immer das Sicherheitsdatenblatt (SDB) des Zulieferers als primäre Informationsquelle heranziehen.
Gibt es notwendige Sicherheitsüberlegungen im Zusammenhang mit dem Drucken unter Inertgasatmosphäre auf dem Fuse 1+ 30W?
Der Fuse 1+ 30W ist in der Lage, Stickstoff als Inertgasatmosphäre im Druckgehäuse zu verwenden. Die inerte Stickstoffatmosphäre verhindert den thermoxidative Abbau des Kunststoffpulvers. Das Stickstoffgas wird verwendet, um den Sauerstoff in der Luft innerhalb des Druckers zu verdrängen. Wenn Stickstoffgas in den Raum entweicht, in dem sich der Fuse 1 + 30W befindet und den dort vorhandenen Sauerstoffgehalt (ca. 21 %) verringert, kann dies zu einer erheblichen Gefahrensituation führen. Die United States Occupational Safety and Health Administration (OSHA, US-Behörde für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) erklärt eine Atmosphäre mit einem Sauerstoffgehalt von weniger als 19,5 Prozent als „sauerstoffarm und unmittelbar lebensgefährlich und gesundheitsgefährdend“.
Wenn Sie mit dem Fuse 1+ 30W eine Inertgasatmosphäre verwenden möchten, installieren Sie ein Sauerstoffüberwachungsgerät mit einem Alarm im selben Raum wie der Drucker, um den Sauerstoffgehalt zu überwachen.
Weitere Ressourcen